Timanfaya – ein vulkanisches Erlebnis

Timanfaya – ein vulkanisches Erlebnis

Rote Erde, Lavagestein und ein ewig frühlingshaftes Klima

Herzlich Willkommen auf Lanzarote!
Zu Recht nennt man die viertgrößte Insel der Kanaren auch die Insel der Vulkane.
Auf den ersten Blick scheint das Inselparadies friedlich und ruhig zu sein… doch wer genauer hinsieht, spürt die gewaltige Kraft, die immer noch im Inneren der Insel wütet.

Ein großer Punkt auf unserer Entdeckerliste war der Timanfaya Nationalpark.
Unsere Reiseführer (also meine liebe Frau und das Marco Polo Heft) kündigten eine erlebnisreiche Tagestour an. Wir waren gespannt was uns erwartete und nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel, machten wir uns auf den Weg. Wir hatten uns für diesen Zweck einen Mietwagen geliehen, allerdings ist der Park auch sehr gut mit dem öffentlichen Bus zu erreichen.

Bereits auf der Fahrt zum ca. 51km² großen Timanfaya Nationalpark wandelten wir auf den Spuren des Vulkanismus. Eine Vielzahl von Vulkankegeln und die damit verbundene hügelige Landschaft sprachen für sich. Irgendwie kam uns unser früherer Erdkundelehrer in den Sinn, der damals versuchte uns die Entstehung von Vulkanen zu erklären… irgendwas mit Erdplattenverschiebung, wenn 2 Platten aufeinandertreffen usw.

Am Nationalpark angekommen parkten wir den Mietwagen auf dem großen kostenlosen Parkplatz, zahlten 9,50€ Eintritt pro Person und stiegen in einen der im Eintrittspreis inbegriffenen Busse, die eine Tour durch den Park ermöglichen.

Im Bus gab es einen weiteren Reiseguide, der unseren Erdkundelehrer ersetzte und uns erklärte, dass
Lanzarote vor ungefähr 20 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch entstand. Hierbei spuckte der Kegel so viel flüssiges Magma, dass es bis über den Meeresspiegel ragte – et voila: Lanzarote war geboren. Wir erfuhren auch, dass Lanzarote ursprünglich eine sehr grüne Insel war; reich an fruchtbarem und nährstoffreichem Boden. Vor fast 300 Jahren ereigneten sich jedoch eine Vielzahl an weiteren Vulkanausbrüchen. Die Feuerkessel spuckten so viel Asche und Lava, dass heute drei Viertel der Insel davon bedeckt sind. Man kann an einigen Stellen der Insel sogar die erstarrten Lavaströme erkennen.

Wer nun glaubt, dass es das gewesen sei, der irrt gewaltig. Der letzte Vulkanausbruch ereignete sich gerade mal vor ca. 200 Jahren und niemand weiß, wann der nächste Ausbruch stattfindet. Mit modernsten Messgeräten versuchen Vulkanologen heutzutage tektonische Erdplattenverschiebungen und die damit verbundenen Vulkanausbrüche vorherzusehen.

Unser Guide erklärte uns, dass Timanfaya ursprünglich ein Dorf war, dass bei den Vulkanausbrüchen um 1730 verschüttet wurde und nun gleichermaßen Name des Nationalparks wie auch des Vulkans Montana Timanfaya ist, der immer noch in 100 mtr Tiefe brodelt. Hier herrschen Temperaturen von mehr als 400 Grad Celsius! Unser Guide führte uns zu einer Stelle, an der wir völlig gebannt beobachten konnten, wie sich ein Bündel Heu, welches in ein Erdloch gelegt wurde, innerhalb von wenigen Sekunden eigenständig entflammte! Wasser, welches in ein Rohr geschüttet wurde, das in der Erde steckte, begann nach einigen Sekunden zu verdampfen und schoss fontänenartig aus dem Boden.

Eine weitere Attraktion ist definitiv der Vulkangrill

Hier werden nur mittels aus dem Boden aufsteigender Hitze diverse Lebensmittel auf einem Rost gegrillt. In wenigen Minuten ist ohne weiteres Zutun alles gar und zum Verzehr bereit. Am liebsten hätten wir so etwas zuhause in Deutschland in unserem Garten.



Ein Naturgrill nur aus Erdwärme. Allerdings sind wir uns auch der enormen Kräfte der Natur bewusst geworden und betrachten das eindrucksvolle Spektakel lieber ehrfürchtig aus sicherer Entfernung.

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